ADD URL

>>>who?who
A-D _ E-H
I-L _ M-P
Q-T _ U-Z
profession>
collections
catwalk tv
design
culture
film
foto
interior
cuisine
astrology
cosmetics
fragrances
antiAging
hair
styleradar
beautyradar












fashionoffice - magazine
search
 
Desirée Stürgkh - Modejournalistin
Foto:
© Fashion
Navigator

Unser Interviewtermin ist für Dienstag 13.00 Uhr im Café Stein angesetzt. Das Wiedererkennen ist nicht schwer, ist Sie doch am letzten Sonntag im Kunsthistorischen Museum auf der Bühne gestanden und hat für österreichische Mode plädiert. Rote Schnürlsamt-Bluse, im Stil Tom Fords getragen, dazu blaue Jeans.

Wir sitzen noch einige Zeit bei den Internetanschlüssen des Cafés; sehen uns den Fashion Navigator an, Events.at, Veranstaltungsort der Fashion-Chats, und das neue österreichische Magazin „Evolver“.

Vor zehn Jahren begann alles. Durch Zufall und viel Glück erhält sie den Assistenzposten bei der deutschen Männer-Vogue. Die Produktion von Modestrecken wird während der vier Jahre, die sie bei der berühmten Zeitschrift arbeitet, ihr Hauptaufgabengebiet. Wieder in Österreich, ist sie seit Beginn in die Entwicklung der Modezeitschrift „Diva“ involviert. Aus Kostengründen beginnt sie journalistisch zu arbeiten - und hat Erfolg. Bis zur 50. Nummer bleibt sie dem Blatt treu. Gemeinsam mit Herausgeber Alexander Geringer, Art-Director Alois Schweighofer und anderen Redakteuren gründet sie ein neues Unternehmen und die Modezeitschrift „Ahead“. Nebenbei schreibt sie für „Die Woche“ in Hamburg oder „Marie Claire“ in Deutschland.

Desirée Stürgkh sieht Mode als Ganzes. Wichtig ist ihr, was hinter der Mode steht. Dazu verpackt sie ihre Modegeschichten in Portraits, die dem Leser einen persönlichen Einblick in die Welt der Modeschaffenden bieten.
Die konzeptionelle Arbeit macht ihr mehr Spaß als „nur“ zu schreiben. Das großformatige Blatt Ahead ist die ideale Präsentationsfläche für junge, avantgardistische Fotografie und neue Sichtweisen. Sie schwimmt nicht mit, aber auch nicht gegen den Strom. Vielmehr versucht Stürgkh den persönlichen Stil zu forcieren und nicht als Kopist anderer Blätter zu fungieren.

Erfolge konnte Ahead Media zuletzt mit dem Blatt „Wallpaper“ in Großbritannien feiern. Im Februar/März ist die deutschsprachige Ausgabe unter dem Titel „Home“, ein Lifestyle-Magazin insbesondere für den Wohnbereich, geplant.

Die Faszination an der Branche liegt für Stürgkh in der Unberechenbarkeit der Mode. Eines würde sie am liebsten abschaffen: das Wort „Trend“.
"Dieses Wort existiert an sich nicht mehr. Es gibt in den 90er Jahren so viele unterschiedliche Trends, nicht zu vergleichen mit den 80er Jahren. Wir sind mobiler als je zuvor. Das Wort „Trend“ paßt nicht mehr in unsere Zeit - es ist altmodisch, intolerant.“

An den definitiven Mode-Funkensprung kann sie sich nicht erinnern, aber ihre Geschwister erzählen ihr oft, daß sie als Dreijährige schon sehr bewußt auf ihre Kleidung geachtet hat. Der Weg zur Mode war Zufall und aus heutiger Sicht Glück, da sie die Arbeit liebt.
Desirée Stürgkh wählt ihre Kleidung nach Material (Lieblingsmaterial ist reine Baumwolle) und Bequemlichkeit aus. Die ehemalige Klosterschülerin bevorzugt Dunkelblau.
Derzeit favorisiert sie Donna Karan für ihre unkomplizierte Mode und Halston, mit dem sie sich in letzter Zeit intensiv beschäftigt hat.
Wenn sie nicht für die Mode arbeiten würde, könnte sie sich als Innenarchitektin vorstellen.

Desirée´s Mode-Kristallkugel zeigt ein Anwachsen der Designermarken wie auch der großen vertikal strukturierten Handelsketten; alles was dazwischen liegt, wird wegfallen.

Die Chancen der österreichischen Textilwirtschaft sieht sie vor allem in einer intensiveren Kommunikation zwischen großen Unternehmen wie Wolford, Robert La Roche, Shillouette, und jungen Designern. Ideal wäre, wenn große Firmen Nachwuchsdesignern die Möglichkeit zu Produktion und Vertrieb kleiner Kollektionen bieten würden. Aber auch die Medien sollten sich anschließen, und mehr über heimische Mode und -schaffende berichten.

„Der Ausbildungsstand Österreich´s Creativer ist fantastisch; aber das Werden muß unterstützt werden.“

Die Funktion der Mode ist für Stürgkh in erster Linie um bequem zu bekleiden. Status durch Mode, Bekleidung zu verbreiten, lehnt Desirée Stürgkh ab.

Was halten Sie vom ersten deutsch-sprachigen Modemagazin im Internet?

„Fantastisch mutig - da ich für alles was neu ist, aufgeschlossen bin. Ich weiß aus eigener Erfahrung, daß man für so etwas, um es auf die Beine zu stellen, viel Kraft, Motivation und Enthusiasmus hineinstecken muß. Find ich gut!“

Desirée Stürgkh - Ahead Media
Tel. +43 1 4026780
Fax +43 1 4039062

Der Fashion Navigator dankt für das Interview!

©SAWETZ Communications 1997. All rights reserved.

© since 1996 sawetz