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Dr. Astrid Gilhofer - Palmers Textil AG

Frauen in Führungsetagen sind selten - Dr. Astrid Gilhofer zählt zu diesen Ausnahmen in der heimischen Wirtschaft.

Als Vorstandsmitglied der Palmers Textil AG und Verantwortliche für CI, Werbung, Public Relation, Trenderkennung sowie Rechtsfragen und Immobilienverwaltung in Europas größtem Wäscheunternehmen „Palmers“ wählt sie zum richtigen Zeitpunkt in Abstimmung zum Geschmack einer breiten Käuferschicht und den aktuellen Trendnotwendigkeiten die ideale Strategie für die Präsentation der neuesten Kollektion. Es ist Gilhofers unternehmerischen Geschick und Sinn für die neuesten Trends zu verdanken, daß sich auch durchschnittlich begüterte Frauen die aktuellste Damenwäsche leisten können.

Dr. Astrid Gilhofer managte den Relaunch des Modehauses Adlmüller, das nun als modernes Unternehmen Modelle der französischen Prêt à Porter anbietet. Ihr ist es zu verdanken, daß Österreichs einziger internationaler Design-Shooting-Star mit einem Geschäftslokal vertreten ist - HELMUT LANG
Der „grüne“ Wäscheriese ist mit über 300 inländischen Geschäften, nahezu 50 Filialen im Ausland und zahlreichen Beteiligungen an namhaften Unternehmen wie zum Beispiel Wolford, Don Gil, Hugo Boss, Schuhe Reiter, usw. der größte Anbieter Österreichs.

„Meine Hauptaufgabe ist die Werbung. Damit muß die neue Kollektion transportiert werden. Es wird jedoch nie alles präsentiert werden können, was wir in der Kollektion haben. Wir bewerben zum Beispiel keine Schiunterwäsche. Mit der jeweils aktuellen Werbung wird versucht, die Aussage der neuen Kollektion zu kommunizieren.“

Seit nun zwölf Jahren ist die studierte Juristin bei Palmers beschäftigt; seit fünf Jahren Mitglied des Vorstandes.

„Wir sehen uns in Österreich als diejenigen, die als erste etwas Neues auf den Markt bringen. Ein repräsentativer Teil des heimischen Oberbekleidungsangebotes ist in unserem Konzern beheimatet.“

Was fasziniert Sie an der Mode?

Daß die Mode nicht nur auf Strömungen reagiert, sondern diese Strömungen durch die Mode zum Teil auch gemacht werden; zum Beispiel Prada - hier wird aktiv der Zeitgeist gesetzt. Manche Modekritiker behaupten, es wird nichts Neues gemacht - ganz im Gegenteil: ich entdecke immer wieder, daß die Zeit überdauernde Stile entwickelt werden. Helmut Langs neue Rocklänge, die auch im Evita-Film gepredigt wurde, ist ein Beispiel dafür. Diese Länge wird Mode bleiben. Es ist jedoch nicht nachvollziehbar, wer diese Länge zuerst propagiert hat. Vielleicht war es Madonna.“

Was würden Sie am liebsten an der Modebranche abschaffen?

Das Diktat als solches. Es gibt für mich keine Zigarettenhose, keinen kurzen Rock, keinen langen Rock - für mich ist wichtig, daß jeder das entdeckt, was ihm paßt. Und jeder, der eine bestimmte Länge der Fingernägel festlegen möchte, ist nicht zeitgemäß.“

Können Sie sich an den „Mode-Funkensprung“ erinnern?

„Ich würde mich nie als Modemensch bezeichnen. Mir geht es bei der Mode viel mehr um das Erkennen einer gesellschaftlichen Entwicklung. Das, was ich im Straßenbild sehe, jedes menschliche Erscheinungsbild, ist Mode. Das Interesse dafür habe ich schon als Kind gehabt. Der Funke ist bei Palmers übergesprungen.“

Nach welchen Kriterien wählen Sie persönlich Ihre Kleidung?

„In regelmäßigen Abständen sehe ich mich selber anders und kleide mich auch danach. Derzeit entspricht mir Gucci, Prada, Helmut Lang - die Rückkehr zu Pureness.“

Ihre Lieblingsfarbe?

„Vor einem Jahr noch Schwarz. Diese Farbe wird es wahrscheinlich auch bleiben. Zur Zeit trage ich gerne Braun.“

Ihr Lieblingsmaterial?

„Kaschmir“

Ihr Lieblingsdesigner?

„Tom Ford“

Welchen Beruf würden Sie gerne ausüben, wenn Sie nicht in der Modebranche tätig wären?

„Wenn es die Mode nicht gäbe beziehungsweise ich kein Interesse für Mode hätte, würde ich einen rein juristischen Beruf ausüben und mich selbständig machen.“

Ihre persönliche Modevision?

Die Unterschiede zwischen den beiden Geschlechtern werden sich in Zukunft aufheben. Das, was wir heute als Androgyn bezeichnen, wird in Zukunft eine Selbstverständlichkeit sein. Aber auch eine Verweiblichung der Männermode ist damit angesprochen.“

Die Zukunft Österreichs?

„Ich glaube, daß die Chancen im qualitativ hochwertigen Bereich liegen. In Österreich gibt es Produktionsstätten, die es im internationalen Wettbewerb eigentlich gar nicht mehr geben dürfte. Aber warum gibt es sie noch? Da sie im qualitativen Bereich höchsten Anforderungen entsprechen. Sobald diese Unternehmen auslagern würden, wäre der Standort Österreich in Frage gestellt. Und auch die Qualität bliebe nicht erhalten - das Bekleidungsstück bleibt immer ein Imitat. Die österreichische Qualität ist letztendlich das, was Überlebenschance hat.“

Die Funktion der Mode?

„Auf soziale Strömungen hinzuweisen; sich selber zum Ausdruck zu bringen.“

Was halten Sie davon, daß das erste deutschsprachige ausschließlich elektronische Modemagazin von Österreich aus startet?

„Eine der wenigen ernstzunehmenden Versuche, Österreich als Modeland als Pionier auf einem Gebiet über die Grenzen hinaus bekannt zu machen. Ich finde das großartig.“


Dr. Astrid Gilhofer - Palmers Textil AG
Tel. +43 2236/63500-0

Der Fashion Navigator dankt für das Interview!

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